Bericht des Vorstands

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl der Kennzahlen und Geschäftsergebnisse 2017. Den vollständigen Lagebericht zum Geschäftsjahr 2017 finden Sie als Bestandteil des Geschäftsberichts im Download-Center

Entwicklung der Krankenversicherungsbranche1

Maßgebliche Einflussfaktoren für den Versichertenbestand in der Krankheitskostenvollversicherung waren 2017 weiterhin die demographische Entwicklung sowie die sich verändernde Struktur im Bereich der Erwerbstätigen. Aufgrund der derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt findet nach wie vor ein vermehrter Wechsel von der Selbständigkeit in die Arbeitnehmertätigkeit statt. Dies führt dazu, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zu Lasten der Anzahl der privatversicherten Selbstständigen steigt. Insofern rechnet die PKV mit geringen Wachstumsimpulsen. Dagegen entwickelte sich das Pflege- und Zusatzversicherungsgeschäft dynamisch. Gleichzeitig werden wachsende Marktchancen in der betrieblichen Krankenversicherung gesehen.

Für die Beitragseinnahmen wird branchenweit ein Wachstum von 1,3% (1,8%)2 prognostiziert. In der Pflegeversicherung wird aufgrund der Leistungsausweitung im Zuge der jüngsten Pflegereform ein starkes Beitragswachstum erwartet. Die Beitragsentwicklung liegt trotz niedriger Zinsen und entgegen der medialen Berichterstattung auf einem moderaten Niveau und im Durchschnitt der letzten zehn Jahre sogar unterhalb der Beitragsentwicklung in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Gleichzeitig wird die Steigerung durch den Ausgleich mithilfe von Mitteln aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB-Mittel) gedämpft. Bei den Leistungsausgaben wird erneut mit einer Erhöhung gerechnet.

1Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Konjunktur und Märkte Update (Stand: Dezember 2017)
2Kommission Versicherungsmärkte des Ausschusses Volkswirtschaft des GDV, Vorausschätzung der Geschäftsaussichten in der Versicherungswirtschaft 2018

Unsere Geschäftsergebnisse im Überblick

Das Jahr 2017 war für die HALLESCHE Krankenversicherung insgesamt ein gutes Geschäftsjahr.

Die gebuchten Bruttobeiträge liegen um 3,9 % über dem Vorjahr. Grund hierfür ist das mit insgesamt 3,7 Mio. € Monats-Soll-Beitrag höhere Neugeschäft in der Voll- und Zusatzversicherung. Dies führte auch zu höheren Abschlusskosten. Auch die Verwaltungskosten sind gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Weiter nahmen die Leistungsaufwendungen um 6,7 % zu, während das Kapitalanlageergebnis sank. Diese Entwicklungen und einige Sondereffekte im Jahr 2016 führten dazu, dass sich der Bruttoüberschuss vor Steuern um 59,2 Mio. € auf 166,8 Mio. € reduzierte.

Der Vergleich der Geschäftsergebnisse 2017 mit den Aussagen im Prognosebericht des Geschäftsberichts 2016 zeigt: Das Neugeschäft entwickelte sich besser als erwartet. Die Beitragseinnahmen waren höher als prognostiziert. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle stiegen stärker als erwartet, aufgrund stärkerer Leistungsinanspruchnahme. Infolge des höheren Neugeschäfts lag die Abschlusskostenquote über unserer Annahme. Die Verwaltungskostenquote fiel geringer aus als prognostiziert. Bei der Nettoverzinsung konnten wir unsere Prognose übertreffen. Der Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung konnte infolge des höheren Bruttoüberschusses mehr zugeführt werden als geplant. Dem Eigenkapital führten wir planmäßig 15,0 Mio. € zu.

Einzelheiten zur Liquiditätslage sind der Kapitalflussrechnung im Anhang zu entnehmen.

Kennzahlen der privaten Krankenversicherung

Der Kennzahlenkatalog des Verbands der privaten Krankenversicherung e. V. ist ein umfassendes und in sich konsistentes System zur Beschreibung der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens. Ziel des Kennzahlenkatalogs ist es, Hilfe zur Bewertung der finanziellen Sicherheit, des Erfolges, der Leistungsfähigkeit und der Solidität von Krankenversicherern zu geben. Um ein genaues und aussagekräftiges Bild dieser Größen zu bekommen, müssen die Kennzahlen im Gesamtzusammenhang, d.h. in Verbindung mit anderen Kennzahlen über mehrere Zeitperioden hinweg, betrachtet werden.

In der Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung (RfB) werden Mittel für die Versicherten angesammelt. Mit diesen werden Beiträge für ältere Versicherte gesenkt, Mehrbelastungen bei Beitragsanpassungen gemildert oder vermieden sowie bei Leistungsfreiheit eine Beitragsrückerstattung ausgezahlt. Die RfB-Quote ist ein Gradmesser dafür, wie viele Mittel bezogen auf die Beitragseinnahmen zukünftig für diese Maßnahmen zur Verfügung stehen.

RfB-Quote in %

Diese Kennzahl zeigt die Höhe der Mittel, die der RfB für die Finanzierung zukünftiger beitragsentlastender Maßnahmen oder für Barausschüttungen bei Leistungsfreiheit jährlich zugeführt werden.

RfB-Zuführungsquote in %

Die Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote ermöglicht eine Betrachtung der Schadenkosten-Situation des Versicherers. Sie gibt an, wie viel von der Jahresbeitragseinnahme nach Abzug der Aufwendungen für Schäden und Kosten übrig bleibt.

Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote in %

Die Verwaltungskostenquote spiegelt den Aufwand für die Verwaltung der Versicherungsverträge wider.

Verwaltungskostenquote in %

Eigenkapitalquote

Das Eigenkapital dient dem Unternehmen als sichere Basis für die laufende Geschäftstätigkeit und damit zur dauernden Sicherung der Verträge. Die Eigenkapitalquote setzt das Eigenkapital in Relation zu den Beitragseinnahmen. Sie erhöhte sich im Berichtsjahr auf 29,4 %
(29,3 %)2.

Schadenquote

Diese Quote zeigt, in welchem Umfang die Beitragseinnahmen in Versicherungsleistungen und Alterungsrückstellung fließen. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 74,5 % (73,8 %).

Abschlusskostenquote

Die Abschlusskostenquote zeigt den Aufwand für den Vertragsabschluss. Sie betrug im Berichtsjahr 8,7 % (7,3 %).

Nettoverzinsung

Diese Kennzahl gibt an, welche Verzinsung ein Versicherer aus seinen Kapitalanlagen erzielt. Berücksichtigt werden alle Erträge und Aufwendungen der Kapitalanlagen. Die Nettoverzinsung erreichte 3,03 % (3,40 %).

Bestandswachstum

Im Berichtsjahr verzeichneten wir in der Vollversicherung für die Anzahl an Personen einen Rückgang in Höhe von 0,6 % (0,5 %). In der Ergänzungsversicherung hatten wir bei der Anzahl an Personen ein Wachstum von 14,5 % (5,3 %).

RfB-Entnahmeanteile

Die RfB-Entnahmen verwenden wir zum einen für Einmalbeiträge, mit denen wir die Beiträge unserer Versicherten dauerhaft reduzieren oder Beitragsanpassungen abmildern, zum anderen für Barausschüttungen, die wir bei Leistungsfreiheit auszahlen. Aus dem Verhältnis der jeweiligen Anteile zur gesamten RfB-Entnahme ergeben sich zwei Kennzahlen, die in der Summe 100 % betragen. Die Quote für Einmalbeiträge lag im Berichtsjahr bei 63,6 % (50,3 %), der Wert für Barausschüttungen bei 36,4 % (49,7 %).

Überschussverwendungsquote

Diese Kennzahl gibt Auskunft über die Mittel, die wir von unserem wirtschaftlichen Gesamterfolg an unsere Versicherten weitergeben. Sie zeigt die Zuführung zur erfolgsabhängigen RfB einschließlich der poolrelevanten Mittel aus der Pflegepflichtversicherung und der Überschussbeteiligung gemäß § 150 Abs. 1 VAG aus dem Rohergebnis nach Steuern. Die verbleibenden Mittel werden dem Eigenkapital zugeführt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr beträgt die Überschussverwendungsquote 90,9 % (87,6 %).

2Vorjahreswerte in Klammern

Frauenquote

Teilhabe von Frauen an Führungspositionen

Seit dem 1. Mai 2015 gilt das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Mit diesem Gesetz soll mittelfristig der Anteil von Frauen an Führungspositionen signifikant gesteigert und letztlich eine Geschlechterparität erreicht werden.

Die HALLESCHE Krankenversicherung hat – als mitbestimmungspflichtiges, aber nicht börsennotiertes Unternehmen – den gesetzlichen Vorgaben entsprechend, die verbindlichen Zielgrößen für den Frauenanteil fristgerecht zum 30. Juni 2017 erreicht:

Als verbindliche Zielgröße für die Erreichung des Frauenanteils bis zum 30. Juni 2022 wurden die nachstehenden Werte  festgelegt:

Personalbericht

Unsere hoch qualifizierten Mitarbeiter agieren im gesamten ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern nach einheitlichen Servicestandards. Durch ihre systematische Aus- und Weiterbildung sind sie kompetente Ansprechpartner für unsere Vermittler und Kunden.

Im Geschäftsjahr 2017 waren bei der HALLESCHE Krankenversicherung insgesamt 1.158 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere Angaben finden Sie in unserem Personal- und Sozialbericht.

Risikobericht

Bei der HALLESCHE Krankenversicherung hat das Risikomanagement einen hohen Stellenwert. Den steigenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen begegnen wir mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Optimierung unseres Risikomanagementsystems. Weitere Angaben zur Risikoberichterstattung finden Sie in unserem Risikobericht.

Prognosebericht

Das Marktumfeld der HALLESCHE Krankenversicherung hat sich in den vergangenen Jahren bedeutend verändert. Auch im kommenden Jahr werden sich weitreichende Veränderungen für die Private Krankenversicherung ergeben. Erfahren Sie mehr im Prognosebericht.

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit

Da bei einer insgesamt ausgewogenen Konzern-Mitarbeiterstruktur Frauen in den Führungsebenen unterrepräsentiert sind, liegt ein Schwerpunkt der Personalstrategie in der Entwicklung von Frauen mit Führungspotenzial, um langfristig mehr qualifizierte und erfahrene Frauen in Führungspositionen zu bringen. Unsere Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern finden Sie im Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit.

Lagebericht
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