So wird Nachhaltigkeit im ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern gelebt

Das Thema Nachhaltigkeit nimmt in öffentlichen Debatten und in der Wahrnehmung der Kunden eine immer wichtigere Rolle ein. Durch die Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit ist unser Geschäftsmodell grundsätzlich auf Langfristigkeit und nachhaltiges unternehmerisches Handeln ausgerichtet. Seit 2017 erstellen wir für die ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung und die HALLESCHE Krankenversicherung Nachhaltigkeitsberichte nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Die Nachhaltigkeitsberichte werden durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft. Wir freuen uns, dass 2018 erneut ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk für den nichtfinanziellen Konzernbericht sowie für den nichtfinanziellen Bericht erteilt werden konnte.

Vor diesem Hintergrund haben wir eine konzernweite Strategie entwickelt, um unser Verständnis von Nachhaltigkeit zu definieren und nachhaltiges Handeln in die Praxis umzusetzen.

Nachhaltigkeit betrifft die ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE als Versicherungskonzern in allen Unternehmensbereichen. Angefangen bei der Produktentwicklung über den Vertrieb bis hin zur Kapitalanlage, spielen Nachhaltigkeitsaspekte eine wichtige Rolle. Daher ist Nachhaltigkeit bei uns Vorstandsangelegenheit. Dazu haben wir unseren Vorstandsvorsitzenden Christoph Bohn gefragt:

Was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit?

„Nachhaltigkeit ist bereits heute ein wichtiges Thema für uns als Versicherungskonzern und ich rechne fest damit, dass die Bedeutung in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen wird. Nachhaltigkeit erscheint in der öffentlichen Diskussion derzeit in den unterschiedlichsten Bereichen. Sei es Plastikvermeidung, das Bürgerbegehren in Bayern über das Bienensterben oder die Energiewende in Deutschland. Auch wir sind gefordert, die Beiträge unserer Kunden verantwortungsvoll und nachhaltig zu investieren. Nachhaltigkeit bedeutet daher für uns, unternehmerischen Erfolg mit gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung in Einklang zu bringen. Somit verstehen wir unter Nachhaltigkeit nicht nur die naheliegenden Umweltthemen. Vielmehr sehen wir unsere unternehmerische Verantwortung in den hier dargestellten und für unser Geschäftsmodell wesentlichen Handlungsfeldern. Die Themen reichen von unserer Verantwortung als Versicherer gegenüber unseren Kunden und Mitarbeitern über die Digitalisierung bis hin zur nachhaltigen Kapitalanlage.


Nur gemeinsam können wir unseren Konzern nachhaltig gestalten. Daher liegt mir persönlich viel daran jungen Menschen eine gute Ausbildung und einen nachhaltigen Arbeitsplatz anbieten zu können. Durch unser ausgezeichnetes Ausbildungsprogramm begegnen wir dem Fachkräftemangel sowie der demographischen Entwicklung. Wir werden auch in Zukunft unsere unternehmerische Verantwortung wahrnehmen um den ALTE LEIPZIGER-HALLESCHE Konzern für unsere Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaft nachhaltig zu gestalten.“

Verantwortungsvolle Unternehmensführung

Mit einer verantwortungsvollen Unternehmensführung wollen wir unseren wirtschaftlichen Erfolg unter Beachtung von gesellschaftlich verantwortungsvollen, sozialen und ethisch korrekten Grundsätzen sicherstellen. Dies verfolgen wir beispielsweise seit Ende 2018 durch den Lieferanten-Verhaltenskodex. Der Kodex enthält unter anderem Prinzipien für eine transparente Auftragsvergabe sowie zu Mitarbeiter- und Umweltschutz, Menschenrechten und Kartellrecht. Diese Prinzipien gelten für uns als Selbstverpflichtung und wir setzen uns dafür ein, dass auch unsere Geschäftspartner diese einhalten.

Hierzu haben wir unserem Leiter des Zentraleinkaufs, Werner Rass, ein paar Fragen gestellt:

Wie setzen Sie im Einkauf den Lieferanten-Verhaltenskodex um?
„Der Verhaltenskodex für Lieferanten fasst die wichtigsten sozialen, ökologischen und ethischen Standards zusammen. Dieser ist seit November 2018 zusätzlicher Bestandteil aller neuen Verträge mit Lieferanten und deren Subunternehmen.“

Haben Sie ein Beispiel für einen nachhaltigen Einkaufsprozess?
„Schauen wir auf unsere Multifunktionsgeräte im Konzern, die Ende 2018 durch neue Geräte ausgetauscht wurden. Der Partner Canon – Unterzeichner des UN Global Compact – hat ein festgeschriebenes Umweltkonzept, in dem größten Wert auf effektiven Umweltschutz und Energieeinsparung gelegt wird. Beim Austausch wurde konsequent auf Rücknahme und Recycling von Verpackung geachtet. Die eingesetzten Geräte sind mit den höchsten Zertifizierungen versehen, die es derzeit gibt. Das sind zum Beispiel ENERGY STAR Gütesiegel, Blauer Engel und Forest Stewardship Council (FSC).“

Energieeffiziente Gebäude

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz beschäftigen die ALTE LEIPZIGER schon lange. Daher haben wir auch schon vor einigen Jahren angefangen, diese Themen in unserem Direktionsgebäude in Oberursel bei Frankfurt aktiv umzusetzen.

  • Energieeinsparung mit Solarthermie
  • Sonnenkollektoren auf dem Direktionsgebäude sorgen seit 2008 für die Warmwasserbereitung (siehe Abbildung rechts). Das führt zu einer deutlichen Energieeinsparung und einem geringeren CO2-Ausstoß.
  • Wir erzeugen Strom und Wärme selbst
  • Durch ein eingebautes Blockheizkraftwerk produzieren wir seit 2010 Strom, Wärme und Kälte für das Direktionsgebäude in Oberursel.

Rund um die Uhr im Einsatz: Kai Hertenstein (links) und Jan Fischer (Mitte) mit dem Gruppenleiter Haustechnik, Lutz Filbrich. Sie kümmern sich unter anderem darum, dass die Solaranlage funktioniert. Sie erwärmt Brauchwasser für unser Unternehmen.

Produkte und Leistungen

Als Versicherungskonzern tragen wir mit unseren Produkten und Leistungen unter anderem zur Absicherung im Alter, bei Krankheit oder Berufsunfähigkeit bei. Neben dieser sozialen Verantwortung möchten wir mit unseren Produkten auch zu einer Ressourcenschonung beitragen und investieren auch deshalb vermehrt in die Digitalisierung.

„So, die Wunde ist vernäht und ich kontrolliere das morgen wieder. Möchten Sie dazu in die Praxis kommen oder soll ich mir die Wundheilung per Video anschauen?“

Was ungewöhnlich klingt, ist schon seit einiger Zeit erlaubt: Ärzte können bestimmte Leistungen per Video erbringen und auch abrechnen. Möglich ist das beispielsweise bei der Kontrolle einer Operationswunde, aber auch bei bestimmten Hautkrankheiten und anderen Befunden.
Die HALLESCHE bietet nun, als einer der ersten privaten Krankenversicherer, ihren vollversicherten Kunden die Möglichkeit der Videosprechstunde. Hierzu arbeitet sie mit dem langjährigen Partner MD Medicus zusammen. In einem Onlineformular kann der Patient einen Termin für eine Videosprechstunde vereinbaren. Je nach Thema, das der Patient zuvor angegeben hat – meldet sich einer der Fachärzte, ein Psychotherapeut oder Pflege-Experte beim Patienten, um seine Fragen mit ihm zu besprechen.

Personal und Soziales

Unsere Mitarbeiter sind die Grundlage für  unseren unternehmerischen Erfolg. Daher unterstützen wir sie bei der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit dem Familienservice pme. Dieser bietet neben vielen anderen Angeboten auch ein „Lebenslagen-Coaching“ bei persönlichen Problemen. Außerdem ist er Ansprechpartner bei Fragen rund um die Kinderbetreuung und die Pflege älterer Angehöriger. „Wir sind stolz darauf, dass wir nun schon zum dritten Mal als besonders familienfreundlich ausgezeichnet wurden“, sagt Gabriele Willenbring. Sie arbeitet in der Personalabteilung und hat die Zertifizierung durch die berufundfamilie GmbH begleitet. Die Zertifizierung erhalten wir bereits seit 2012.

Sehr gute Erfahrungen mit pme hat unser Mitarbeiter Harald Kinkel (Foto) gemacht.
Nach einem Krankenhaus-Aufenthalt wurde seine 87-jährige Mutter von heute auf morgen pflegebedürftig. „Auf mich alleingestellt hätte ich die Anforderungen kaum bewältigen können“, stellt Harald Kinkel rückblickend fest. „Ich hatte bei pme einen Ansprechpartner, mit dem ich verschiedene Alternativen für die Betreuung meiner Mutter diskutieren konnte. Da meine Mutter auf jeden Fall in den eigenen vier Wänden bleiben wollte, lief es dann darauf hinaus, die Pflege daheim zu organisieren. Innerhalb von einer Woche erhielt ich einen Vorschlag, wie und ab wann die Pflege zu Hause möglich ist.“

Mitarbeiter setzen sich für Artenvielfalt ein!

Durch Krankheiten, Pestizide und landwirtschaftliche Monokulturen wird die Bienenpopulation bedroht. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken entstand 2018 die Mitarbeiterinitiative AL_Bee, welche sich für die Bienenhaltung sowie die Anlage eines Blühstreifens auf dem Direktionsgelände der ALTE LEIPZIGER in Oberursel einsetzt. Im Frühjahr 2019 werden durch den Mitarbeiter und verantwortlichen Imker Stephan Lenz (Foto) die ersten zwei Bienenvölker auf dem Dach der Direktion aufgestellt.

„Irgendwann habe ich den Satz gehört: Sterben die Bienen, dann stirbt der Mensch. Das hat mich bewegt und ich habe mich gefragt, was mein aktiver Anteil zum Schutz der Natur sein kann. So bin ich zur Imkerei gekommen. Natürlich esse ich auch gern Honig! Von einem Imkerkollegen hörte ich, dass er Bienen auf dem Oberurseler Rathaus stehen hat. Da ich die Bienen leider nicht zu Hause aufstellen kann, war die nächste Idee das Dach der ALTE LEIPZIGER. Meine Anfrage kam genau zu der Zeit, als sich auch andere Mitarbeiter der ALTE LEIPZIGER Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit gemacht haben. So entstand die Initiative AL_Bee. Wir sind begeistert von der positiven Resonanz und Unterstützung im Haus. Das zeigt, wie präsent das Thema Nachhaltigkeit bei den Kollegen und Kolleginnen ist und dass hier noch viel Potential ist. Gemeinsam können wir mehr gewinnen.“

Bäumchen für die Kita

So funktioniert Nachhaltigkeit im Alltag: Bei einer Veranstaltung der ALTE LEIPZIGER wurden 25 Bäumchen als Dekoration genutzt und zugleich als Zeichen dafür eingesetzt, dass sich das Unternehmen verstärkt in Richtung Nachhaltigkeit ausrichten will. Die Bäumchen wanderten danach nicht in den Müll, sondern wurden im Garten der „Kindertagesstätte am Park“ auf dem Gelände der ALTE LEIPZIGER eingepflanzt. Die Kinder hatten dabei ihren Spaß – und die Erzieher ebenso.

Nachhaltige Kapitalanlage

Unsere Kapitalanlage spielt für die langfristige Finanzierung der Leistungsversprechen an unsere Kunden eine zentrale Rolle. Gleichzeitig können wir durch unsere Investments Einfluss auf Nachhaltigkeitsaspekte nehmen. In der Folge der Energiewende – der Abkehr von der Kernkraft und der Verfeuerung fossiler Rohstoffe, insbesondere von Steinkohle und Braunkohle – sind erneuerbare Energien für den „Strommix“ sehr viel wichtiger geworden. Deshalb investieren wir verstärkt in regenerative Energien. Der Konzern hat über eine eigene Gesellschaft Anfang 2016 den ersten Onshore-Windpark für das Kapitalanlage-Portfolio erworben. Mittlerweile besteht das Portfolio aus 14 Windparks mit 55 Anlagen. 2018 kamen Beteiligungen an zwei Offshore-Windparks hinzu.

Um die Nachhaltigkeit unserer Kapitalanlage weiter verbessern zu können, haben wir 2018 die renommierte Nachhaltigkeits-Ratingagentur imug damit beauftragt, eine Risikoanalyse unserer Anlagen hinsichtlich ethischer, sozialer und ökologischer (ESG) Kriterien durchzuführen. Das Ergebniss bestätigte, dass zum Stichtag 31.03.2018 über 94 % des untersuchten Kapitalanlageportfolios kein ESG-Risiko aufwies.

*inkl. Cash 361,1 Mio. € bzw. 1,1 %

Zu dem Thema haben wir bei unserem Kapitalanlage-Vorstand Martin Rohm nachgefragt:

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für unsere Kapitalanlagestrategie?
„Wir haben unsere Kapitalanlagen Anfang 2018 extern untersuchen lassen, um uns ein Bild der Kapitalanlage unter Nachhaltigkeitsaspekten zu machen. Im Mittelpunkt stand die Bewertung mit besonderem Augenmerk auf typische ESG-Risiken. Dazu gehören insbesondere Aktivitäten wie Rüstungsgeschäfte oder solche im Zusammenhang mit der Einhaltung internationaler Nachhaltigkeitsnormen, zum Beispiel zu Menschenrechten oder Korruption. Mit Blick auf das Gesamtergebnis konnte unseren Kapitalanlagen ein relativ geringes ESG-Risiko attestiert werden. In den einzelnen Assetklassen variiert der Wert etwas. Auf Basis der Detailergebnisse werden wir 2019 beginnen, eine ESG-Strategie für die Kapitalanlage zu entwickeln.“

Nachhaltigkeitsbericht
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